Geschichte
Qi-Gong ist eine alte Meditations- und Therapietechnik der chinesischen Volksheilkunst. Entsprechend den herrschenden kulturellen Normen von Ruhe und Anpassung entwickelten sich in den letzten Jahrhunderten verschiedene Schulen, besonders aber Qi-Gong-Formen, die beruhigend wirken.
Die Situation heute:
Während der Kulturrevolution war Qi-Gong verboten, nach 1980 hat es in China einen ungeheuren Aufschwung genommen: Viele Menschen trainieren auf öffentlichen Plätzen, Betriebe regen ihre Mitarbeiter an, sich mit Qi-Gong fit zu halten. Die jüngste Variante, das Kranich-Qi-Gong, bei dem heftige Bewegungen gemacht und entlastende Schreie ausgestoßen werden, war bald verpönt. Die beruhigenden Formen werden an Universitäten gelehrt. Qi-Gong ist in China die einzig legitime Technik, um an seinen Emotionen zu arbeiten. Es gibt Qi-Gong-Heiler, die angeben, das Qi in ihrem Körper zu aktivieren und es ohne Berührung über die Fingerspitzen auf den Patienten überfließen zu lassen. Die Patienten haben unerschütterliches Vertrauen in die Qi-Gong-Therapie, die ihnen bei funktionellen Störungen hilft und als Begleitung bei chronischen und unheilbaren Krankheiten das Leben erleichtert.
In Deutschland hat sich Qi-Gong-Meditation im letzten Jahrzehnt als Entspannungstechnik verbreitet und wird überwiegend in Einrichtungen der Erwachsenenbildung gelehrt.
Idee und Erklärung der Wirkung
Hinter dieser Technik steht die Idee, das kosmische Qi durch die Atmung in den Körper zu lenken und „durchgängig“ zu machen.
Die westliche Medizin erklärt die Wirkung mit der verbesserten Atmung, die entspannend wirkt, und mit der Versenkung , die es dem Übenden möglich macht, mit seinen Emotionen besser umzugehen.
Die Wirkung der Qi-Gong-Heiler beruht wahrscheinlich auf dem Glauben an ihre Fähigkeiten (siehe Placebo). Untersuchungen bei den Patienten westlicher Heiler haben gezeigt, dass die Erwartung die Durchblutung des Körpers positiv beeinflusst.
Durchführung
Qi-Gong besteht aus drei Elementen: der bewussten Atmung, der Bewegung und der Lenkung der Vorstellungskraft. Je nach Qi-Gong-Schule ist ihr Verhältnis zueinander unter-schiedlich. Es gibt auch äußerlich regungslose Versenkungsübungen im Stehen.
Geübt wird in einer Gruppe mit einem Lehrer, der den Ablauf bestimmter Bewegungen und Atemvorgänge vorzeigt. Die Bewegungen sind langsam und ruhig, manchmal von Meditationsmusik begleitet. Dabei richtet sich die Konzentration auf den Atemfluss, auf bestimmte Körperbereiche oder Organe, ähnlich wie beim Autogenen Training. Die zeitlupenähnlichen, tänzerischen Übungen können auf einem Raum von nur einem Quadratmeter Größe durchgeführt werden und sollten täglich etwa zehn Minuten lang trainiert werden.
Anwendungsbereiche
Die Meditations-, Bewegungs- und Atemtechnik Qi-Gong regelmäßig ausgeführt, wirkt regulierend auf das vegetative System und gegen funktionelle Störungen.
Empfehlung
Qi-Gong ist empfehlenswert zur Entspannung, Erhaltung der Beweglichkeit und Rehabilitation.
Traditionelle Chinesische Medizin - TCM
Seit der Mitte des 19. Jahrhunderts hat die Schulmedizin einen beispiellosen Siegeszug um die Welt angetreten. Abweichende Heilkonzepte und auch das uralte traditionelle Heilwissen vieler Kulturen geriet dadurch in Vergessenheit oder wurde verdrängt
Was ist chinesische Medizin?
Die chinesische Medizin ist ein eigenständiges, ganzheitliches Diagnose- und Therapiesystem, das Körper, Geist und Seele in unlösbarer Verbindung mit dem Universum sieht. Die spirituelle Erkenntnis des Taoismus, eine chin. Philosophie, strebt eine harmonische Beziehung des Menschen zu seiner Umwelt an.
In den letzten 20 Jahren hat die chin. Medizin im Westen zunehmend an Popularität gewonnen. Die Chinesen betrachten den menschlichen Körper als ein Energiesystem, das aus verschiedenen interagierenden Substanzen besteht.
Qi
ist die Lebenskraft, die den gesamten Körper durchdringt, jene einzigartige Energie, die unseren Körper befähigt zu funktionieren. Sie „fließt“ durch immaterielle Meridiane. Wo Qi blockiert wird oder stagniert, können sich Krankheiten bilden.
Meridiane
die jeweils nach einem ihnen zugeordneten Organ wie Lunge, Niere, Magen, Milz und Herz benannt sind, durchlaufen viele Teile des Körpers, und ein Punkt auf einem bestimmten Meridian kann durch Disharmonie an anderen Punkten beeinflusst werden.
Der Therapeut wird eine Schwäche in Ihrem Energiefluss lokalisieren und analog dem Muster Ihrer Symptome (dem Muster der Disharmonie) behandeln.
Er wird durch Manipulation des Qi, der Lebensenergie auf den Körper wirken, der auf diese Weise ins Gleichgewicht gelangt und sich selbst heilt.
Akupunktur
Bei der Akupunktur, der bekanntesten traditionellen chin. Heilbehandlung werden eine Anzahl sehr dünner Metallnadeln an einigen von 800 genau festgelegten Punkten in die Haut gestochen.
Behandlung zur Schmerzlinderung, bei Arthritis, hohem Blutdruck und Geschwüren. Akupunktur ist für Menschen jeden Alters und Gesundheitszustandes unbedenklich.
Akupressur
Bei Akupressur werden die Akupunkturpunkte durch Fingerdruck stimuliert, um den reibungslosen Fluss des Qi durch die Meridiane des Körpers anzuregen. Der Druck wird meistens mit Daumen und Fingerkuppen ausgeübt, aber auch eine Massage entlang der Meridiane ist möglich.
Welche Beschwerden werden behandelt?
Stress, Depression, Schmerz, Süchte, Allergien, Geburtsschmerzen, Asthma und Ekzeme, Verletzungen, Erschöpfung, Verdauungsstörungen, Kreislauf- und Menstruationsbeschwerden, sexuelle Probleme und Unfruchtbarkeit.
Moxibustion
Bei der Moxibustion werden Kräuter an bestimmten Akupunkturpunkten abgebrannt. Sie wärmen und regen das Qi an.
Schröpfen
Beim Schröpfen wird eine erwärmte Glocke mit der Öffnung nach unten auf einen bestimmten Akupunkturpunkt aufgesetzt. Sie erzeugt ein Vakuum, durch das Blut und Energie zu diesem Punkt gezogen werden.